Endlich Neuschnee!

Alle meckern übers Wetter.. Ich auch! Ich kann das weiße Zeug, das überall herumliegt, nicht mehr sehen. Und kalt will ich auch nicht mehr. Und draußen pflanzen will ich! Es ist fast April, das kann doch nicht so schwer sein!

Trotz der fehlenden Sonne haben sich erfreuliche Dinge auf meiner Gemüsefensterbank ereignet. Ich habe eine Susanne! Ich hoffe, sie hält durch und wird groß.

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Die besten Bedingungen für das Keimen der Schwarzäugigen Susanne hat nun also das Gewächshaus geboten. Im Topf, der nur halbgut gegossen auf der kalten Fensterbank stand, blitzt allerdings auch schon etwas noch Gelbes aus der Erde. Was lerne ich daraus? Nichts. Außer, dass man mit Pflänzchen etwas mehr Geduld haben sollte. Keine Geduld hingegen erfordert der Dauerbrenner Zucchini.

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Fast jeden Tag ein neues Blatt und die Blätter werden riesig im Vergleich zu meinen restlichen Fensterbankbewohnern, wie der hübschen Trichterwinde

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oder meinem Knoblauch.

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Besonders gefreut habe ich mich über Spitzpaprika

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und Chili.

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Inspiriert vom miesen Wetter habe ich nun auch anfangen, Samen auszubringen, die eigentlich im Frühling ins Freiland wollen, bei den Temperaturen aber nicht können. Salat, Radieschen, Mangold, Kohlrabi und Kapuzinerkresse in der Wohnung? Warum eigentlich nicht! Falls wirklich etwas dran ist an dem Gerücht, der Golfstrom sei versiegt, brauch man Alternativen!

Schlimme Ungeduld

Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich habe die Schwarzäugige Susanne ausgegraben, bzw. ihre Samen. Ich habe die Samen auch tatsächlich wiedergefunden und es war genau gar nichts passiert in den letzten Wochen. Zugegebenermaßen war diese Aktion vielleicht etwas verfrüht, da so viele Wochen seit der Aussaat nun doch nicht vergangen sind, aber ich musste halt mal schauen! Auf meiner Fensterbank ist es relativ kalt und obwohl ich sie parallel innerhalb des Gewächshauses und an verschiedenen Orten in Töpfchen außerhalb platziert hatte, verging mir langsam die Zuversicht, irgendwo die richtige Temperatur getroffen zu haben. Auf der Samenverpackung wird zudem auch noch eine hohe Keimungstemperatur empfohlen, sodass ich es jetzt nochmal mit folgender Konstruktion versuche.

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Die anderen Susannes sind natürlich auch noch im Rennen. Vielleicht kommt ja doch noch was aus der Erde.

Neuigkeiten im Gemüsegarten

Nach wie vor lässt der Frühling sein blaues Band nirgendwo flattern, zumindest nicht hier in Sibirien, ähm… Berlin. Scheißekalt und keine Änderung in Sicht. Spinat, Salat, Radieschen usw. möchten schon vor den Eisheiligen direkt ins „Freiland“ (oder halt eben Balkon) ausgesät werden, aber diese Temperaturen würden sie mir wohl ziemlich übel nehmen. Ich bin trotzdem top-motiviert und kann mich nur schwer vor der Kultivierung von Zimmer-Salat abhalten. Mal sehen, wie lange noch…

In der Anzuchtstation gibts es aber einige Fortschritte zu vermelden. Die zweite Sorte Tomaten keimt und wächst blitzschnell (Supersweet 100). Ich hatte mich im Samenregal vergriffen und anstatt einer Balkontomate ziehe ich gerade 3 Exemplare einer weiteren Stabtomate groß. Wenn alle durchkommen, habe ich 6 Stabtomatenpflanzen, die gerne mal 2 Meter groß werden und 1 qm Fläche benötigen. Platz ist auf dem kleinsten Balkon, sagt man ja. Die Tomaten, die ich vor 4 Tagen pikiert habe, haben sich entschlossen, in ihren neuen Töpfen nun weiterzuwachsen, sie sehen schon aus, wie richtige Tomaten.

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Die Zucchinis sind toll, man kann ihnen wirklich beim Wachsen zuschauen.

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Und auch die Brokkolis kriegen langsam richtige Brokkoliblätter.

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In meinem Minibeetanzuchtgewächshaus wird lustig vor sich hingekeimt. Zwei riesige, den Zucchini nacheifernde Gurkenkeimlinge müssen schon ganz bald in ihre eigenen Töpfe,

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während diese minikleinen Erdbeerkeimlinge im Schneckentempo größer werden.

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Von Spitzpaprika, Chili, Zitrone, Knoblauch, schwarzäugiger Susanne und Trichterwinde ist noch nichts zu sehen. Kommt raus, sonst buddel ich euch wieder aus!

Abendliches Pflanzen

Heute war doof. Es fing gleich morgens mit ungefähr 3 Metern Neuschnee an. Reicht das nicht langsam mal mit Winter? Niemand möchte mehr Schnee sehen und niemand möchte sich mehr den Arsch abfrieren. Bis zum Mittag ist der Tag inklusive einiger Erfolglosigkeiten vor sich hin getröpfelt. Interessant wurde es dann wieder in der Kantine, auch zärtlich „Betriebsrestaurant“ genannt: Es gab Chili con Carne. Soweit so gut. Allerdings war scheinbar das Carne ein bißchen knapp, sodass der Koch es mit Graupen aus der Graupensuppe vom Vortag strecken musste. Graupen im Chili? Ernsthaft?

Wie kann man so einen Tag noch retten? Shoppen und Pflanzen! Oder auch Shoppen fürs Pflanzen! Bei Tchibo gibts gerade extrem praktische Pflanzunterlagen (und Balkonkästen, Bewässerungskugeln, Windlichter, ähm…), damit man beim Indoor-Pflanzen nicht den tollen hochempfindlichen Echtholzboden ruiniert. Ich hab nahezu die gesamte Gartenkollektion erworben, die Sachen sind toll, kann ich nur empfehlen.

Zuhause angekommen habe ich mich dann meditativem Pflanzen hingegeben. Als erstes mussten die jungen Stabtomaten und die Brokkolis aus ihren Torftöpfen raus, da sich bei ihnen sowohl das erste echte Blattpaar nach den Keimblättern als auch ein kompletter Wachstumsstop eingestellt hatte. Ich hoffe, die sind genauso froh wie ich, dass die Torftopf-Phase komplett überwunden ist und fangen jetzt ordentlich das Wachsen an. Der Sommer steht ja quasi schon vor der Tür und bald will geerntet werden.
Weil es dann gerade so gut lief, habe ich alles eingepflanzt, was ich in die Finger kriegen konnte: 4 Zitronenkerne, eine riesige Knoblauchzehe (mal sehen was mit Knoblauch über dem Gefrierpunkt passiert), einige geschenkte Trichterwindensamen und ein paar Studentenblumensamen, die wohl versehentlich zwischen Pflanztöpfchen steckten, die mir ebenfalls freundlicherweise überlassen worden sind. Vom lieben Spender habe ich dann auch noch folgendes Teebeutelweisheitsfoto geschickt bekommen:

teebeutel

Danke!

Jetzt ist’s besser.

Kleine Freuden im Schnee

Heute ist Samstag, das bedeutet Wochenende und das bedeutet frei! Dazu kommt Sonnenschein den ganzen Tag. Schonmal toll. Darüber hinaus lieferte der Tag auch noch Antworten auf ein paar Fragen, die man sich als Balkongemüsegartenplaner stellt, der fast nie zuhause ist, wenn es hell ist: Kriegen meine Keimlinge irgendwann ein bißchen Sonne ab? Wie lange scheint die Sonne auf welchen Balkon? Was machen die Zucchinis eigentlich tagsüber?

Es hat sich pflanzmäßig Einiges ereignet heute. Die Zucchinis waren endgültig aus ihrer Kinderstube herausgewachsen. Nachdem sie im Laufe der Woche haufenweise Wurzeln durch den Torftopf gestoßen haben, hatte ich ein Einsehen und habe sie umgesetzt in einen etwas größeren Topf, in dem sie nun bitteschön einen kräftigen Wurzelballen ausbilden werden. Eigentlich kann man einfach den gesamten Torftopf miteinpflanzen, aber diese stinkigen, halbschimmligen Dinger sind mir nicht geheuer. Ich werde in Zukunft eher auf Joghurtbecher zurückgreifen oder einfach Anzuchterde im ganzen Minigewächshaus verteilen. So habe ich also die beiden Pflänzchen aus den Torftöpfen gepuhlt und mich dabei bemüht, keine Wurzelenden zu beschädigen, was auch mehr oder weniger funktioniert hat. In ihren neuen Töpfen sehen die Zucchinis hervorragend aus und sind bereit, mächtig zu wachsen.

Happy Zucchini

Auch die Brokkoli Keimlinge sehen gut aus, sind aber noch nicht ganz soweit. Müssen sie auch nicht, ich glaube, man sollte sich bezüglich Entwicklungsgeschwindigkeit nicht an den Monsterzucchinis orientieren.

Brokkoli Familie

Neben einem total pflanzgeschockten Naturkind-Supermarkt-Salbei…

Schockierter Salbei

… gibt es natürlich noch das zweite Minigewächshaus, das auf den ersten Blick noch sehr leer erscheint. Ich muss mich schon immer stark bremsen, um nicht die Samen wieder auszubuddeln um zu gucken, ob sie keimen.

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Manchmal reicht es aber schon, sich nah davor zu klemmen und die Oberfläche mit Röntgenblick abzusuchen. Willkommen Cherrytomate…

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… und Gurke!

Tomate

Zucchini aus der Hölle?

Neben meinen kleinen, lieben, zarten Brokkolipflänzchen, die ich schon vorgestellt habe, rührt sich noch etwas anderes in meiner kleinen Sämerei. Ich nenne es „bad ass-Zucchini“. Als ich die beiden das erste Mal sah, wurde mir fast ein bißchen mulmig. Seit Audrey II und Supermario ist man ja vorsichtig geworden mit Pflanzen, die aussehen, als würden sie die Weltherrschaft anstreben. Ob die wohl Fleisch essen wollen, wenn die groß sind? Oder womöglich Menschen??

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Ich muss die zwei unbedingt trennen, für mich sieht das schon nach einer aufkeimenden Verschwörung aus…

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Eine kleine Brokkoli-Studie

Jetzt ist alles ausgesät, was irgendwie schon ausgesät werden kann und nicht direkt ins Freiland gehört. Vor lauter Begeisterung habe ich sogar schon den armen Knoblauch draussen in den Balkonkasten gesetzt, der sich dort bei nächtlichen -10°C fragt, ob man wohl nicht noch ein paar Tage hätte abwarten können. Eigentlich setzt man Knblauch schon im Herbst, daher wird er ein bißchen Frost abkönnen, hoffe ich. Das wird spannend! Zwischen den einzelnen Knoblauchzehen habe ich Lücken gelassen, wo später mal die Erdbeeren sitzen sollen. Ich habe gehört, die beiden sind ganz hervorragende Nachbarn.
Jeden Abend und jeden Morgen renne ich nun zu meinen Gewächshäuschen und Pflanzgefäßen und gucke, ob es etwas Neues gibt. Und tatsächlich hat das Grün nicht lange auf sich warten lassen. Bereits 4 Tage nach der Aussaat steckte der Brokkoli ein Keimling-Köpfchen aus der Erde. Mein erstes grünes Irgendwas auf dem Weg zum prachtvollen Gemüsegarten!
Selbstverständlich habe ich den Wachstumsfortschritt im Zeitintervall von 24 Stunden dokumentiert.

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Ein bißchen mehr Licht, bitte. Ansonsten: Juhuu! Yeah! Jippie!

Was schon in der Erde ist

Wenn man rausschaut wird einem klar, es ist eigentlich noch mitten im Winter. Aber zwischen Winter und Winter gab es vor ca. 1,5 Wochen schonmal ein paar schöne Tage, an denen die Sonne meine neue Gärtnernase gekitzelt hat. Sowohl im Gärtnerbuch als auch auf den Samentütchen findet man ermutigende Anweisungen wie „Mitte Februar-Anfang März Vorkultur auf der Fensterbank“. Und weil die Sonne so schön schien, fanden gleich Stabtomate, Zucchini und Brokkoli ihren Weg in die Erde. Um mich selbst und die jungen zukünftigen Pflänzchen zu beeindrucken, wurde profimäßig in kleine Torftöpfe mit guter Anzuchterde gesät und das Ganze in ein Zimmergewächshaus verfrachtet. Inzwischen scheint die Sonne nicht mehr und es ist saukalt, aber es gab kein Halten mehr. Gestern folgten Gurke, Spitzpaprika, Cherrytomate, Chili (Kerne aus der Schote puhlen und sich dann die Augen reiben = keine gute Idee), Erdbeere, Thaibasilikum und Schwarzäugige Susanne, die zwar kein Gemüse ist, aber einen tollen Namen hat. Hier habe ich mich auch nicht mehr mit kleinen Töpfchen aufgehalten, es wurde gleich in große Töpfe gesät (Thaibasilikum und Susanne) oder aber ins angelegte Mini-Beet im zweiten Zimmergewächshaus (alle anderen). Jetzt drücke ich fest die Daumen für möglichst viel Licht und möglichst stabile Keimlinge.

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Was bisher geschah…

Meine Mutter hat einen offiziell bescheinigten grünen Daumen, meine Lieblingstante hat mir bereits in jungen Jahren eine Botanisiertrommel geschenkt und im Studium muss Botanik auch irgendwie vorgekommen sein. Trotz dieser vielseitigen Bemühungen ist die Pflanzenaufzucht bisher so ziemlich an mir vorbei gegangen. Es muss also zur Erfüllung meines Gemüsegartentraums eine solide Vorbereitung her.

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Also habe ich mir zunächst Literatur angeschafft, ein nettes Heftchen zum Nachschlagen, welche Pflanzen denn gerne welche Behandlung hätte und ein leicht esoterisch angehauchtes ‚Gärtnern geht selbst in der letzthintersten Ecke-Wohlfühlbuch‘. Zumindest das Gärtner-Selbstbewusstsein wurde dadurch gestärkt, die verinnerlichte Sachkenntnis merklich weniger. Neben der Erstellung von haufenweise Listen über die Aussaatzeiten, Gefäßgrößen und gute bzw. schlechte Pflanzennachbarschaften gings ans Eingemachte: Wildes Sameneinkaufen in diversen Baumärkten. Der Anfang ist gemacht!

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Gemüsegarten-Blog!

Es ist kalt. Es ist dunkel und grau. Ich habe gefühlt seit Wochen keine Sonne gesehen. Ein Besuch des Solariums könnte helfen, aber wer will schon frühzeitige Hautalterung. Der einzige Ausweg ist also, das Gehirn auf einen Ausflug in tagträumerische Sommertage zu schicken, an denen man über blühende Wiesen läuft, sich im Park auf die Decke legt und sich braten lässt oder die schönen Blümchen auf dem eigenen Balkon betrachtet. Moment.. Blümchen, Balkon, Sonne? Seit neuestem ausgestattet mit einem West- und einem Ostbalkon besteht eventuell endlich mal die Chance, dass was wächst quasi in den eigenen vier Wänden.
Der Rest ergibt sich bei einer weiteren Portion Tiefkühlgemüse und Fleischskandal im „Betriebsrestaurant“: Ich brauche einen GEMÜSEGARTEN!
In Ermangelung eines Gartens muss dieser Gemüsegarten auf dem Balkon stattfinden. Ich habe keine Ahnung vom Gärtnern, aber ich freu mich wie bekloppt aufs Pflanzen, Pflegen, Ernten. Ich hab auch keine Ahnung vom Bloggen, aber Ihr sollt Euch mitfreuen!