Auf und ab im Balkongarten

Im Großen und Ganzen läuft es ganz passabel im Balkongarten, der sich zu größten Teilen noch auf der Fensterbank befindet. Nachts wird es zur Zeit noch ziemlich kalt, Gurke, Zucchini, Tomate usw. bleiben erstmal noch drin, was auch die Bewässerung über die anstehende Urlaubswoche erleichtern wird. Das hoffe ich zumindest. Gegen diese Maßnahme protestiert meine Zucchini mit einer wunderschönen Blüte:

zucchiniblüte

Hier werden sich zumindest in den nächsten Tagen noch keine Bienchen und andere Viecher tummeln, außer der Trauermücken vielleicht, die sich in letzter Zeit vermehrt an meinen Pflanzen rumtreiben. Grund zur Freude gibt mir außerdem der Pflücksalat, den ich eigentlich schon abgeschrieben hatte, als er sich nach dem Transfer vom Zimmer auf den Balkon auf die Erde legte und lange Zeit nicht wieder aufstehen wollte. Ich habe ihn einfach in Ruhe gelassen und ein paar Pflänzchen haben sich gut erholt.

pfluecksalat

Bei den Radieschen nebendran, die exakt das gleiche Schicksal ereilt hatte, hat das mit der Erholung nicht so gut funktioniert. Sie sind zwar in halbliegender Postition weitergewachsen und haben ne Menge Grünzeug produziert, aber Knollen sucht man vergeblich.

radieschen

Meine Radieschen sehen diese Saison nun also erstmal so aus:

radiohneknolle

Ich habe übrigens mal probiert: Schmeckt nach Radieschen, ist ja auch schön pink geworden. Leider ist die Konsistenz seltsam und so ein Stengel gibt nicht so viel her… Zum Glück habe ich noch eine zweite Aussaat im Balkonkasten, die sich bisher gut entwickeln. Knollenartiges ist zwar noch nicht zu erkennen, aber ich bin zuversichtlich, dass das noch kommt.

Ganz gespannt bin ich auch auf meine Pariser Möhren, die ich auf Staphyleas Empfehlung hin bei Deaflora bestellt habe. Ausgesät habe ich sie im Kasten zusammen mit Schnittlauch und Dill, wobei jeder eigentlich in seinem Bereich des Kastens bleiben sollte. Über den ganzen Kasten verteilt, spriessen jetzt allerdings diese Keimlinge:

randomkeimlinge

Ich bin gespannt, ob Möhren- und Dillkeimlinge einfach nur genau gleich aussehen, oder ob ich mit zu kräftigem Angiessen die Saat ordentlich durchgemischt habe.

Mein Plan für diese Woche ist nun, noch ein bißchen was auszusäen (unter anderem habe ich Oleandersamen geschenkt bekommen und ich brauche definitiv mehr Spinat), junges Gemüse in ausreichend große Töpfe zu packen, damit sie eine Woche Abwesenheit der Gärtnerin verkraften und stattdessen mit den Blumat-Tonkegel vorlieb nehmen und weiterhin der kleinen hübschen Himbeere zu widerstehen, die mir im Baumarkt immer zuruft: Kauf mich! Zumindest bis nach dem Urlaub…

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Tagesausflug in die Sonne

Auch wenn es noch die eine oder andere kalte Nacht gibt, klettern die Temperaturen langsam aber sicher in einen verträglichen Bereich, sowohl für mich, als auch fürs Gemüse. Meine Anzuchtfensterbank wird langsam zum Anzuchtzimmer, ein paar Mutige sind aber schon auf den Balkon umgezogen und es wurde sogar schon ein bißchen draussen ausgesät. Bei strahlend blauem Himmel und 20°C gab es nun den ersten großen Tagesausflug in die Sonne, eine gute Gelegenheit, sich mal einen Komplettüberblick zu verschaffen.

tagesausflug

Zwei verschiedene Tomatensorten, Gurke, Brokkoli, Spitzpaprika, Chili und Zucchini, deren Vorkultur ich Anfang März gestartet habe, wachsen gut und sind fast alle schon richtige Teenies. Paprika und Chili sind ein bißchen langsam, während die Zucchinis schon riesig sind (Note to self: Beim nächsten Mal auf jeden Fall später aussäen!).

zucchiniwirderwachsen

Außerdem habe ich gelernt, dass Zucchinipflanzen sehr empfindlich auf Wind und tiefe Temperaturen reagieren und auch langsam an direkte Sonne gewöhnt werden sollten. Bei dem ersten kurzen Ausflug auf den Balkon vor einiger Zeit hat eine der Zucchinis ein Blatt gelassen, im Wind abgeknickt und die anderen Blätter vor Kälte (10°C) etwas hängen lassen. Sie hat aber alles verziehen und wächst inzwischen wieder munter weiter.

Ende März habe ich eine weitere Runde Vorkultur gestartet, aus lauter Winterverzweiflung habe ich alles mögliche ausgesät: Trichterwinde, Studentenblumen, Kapuzinerkresse und Kohlrabi entwickeln sich seitdem gut, die ersten drei wohnen schon draussen.

trichterwindenimkastenkapuziner

Die Kohlrabis sind noch recht klein und schonen sich noch auf der Fensterbank.

kohlrabi_keimlinge

 

Der Mangold ist zwar gekeimt, aber außer den Keimblättern ist nicht mehr viel nachgekommen, die Buschbohne hat sich überhaupt nicht blicken lassen. Pflücksalat und Radieschen im Zimmer auszusäen und dann nach draussen umzuziehen, kann ich nicht wirklich empfehlen. Es ist schon etwas grünes gewachsen, aber der Salat hat sich auf die Erdoberfläche gelegt und die Radieschen wollen keine Knollen ausbilden. Das habe ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und habe Anfang April beides neu und draussen ausgesät zusammen mit Spinat, Möhren, Dill, Oregano, Schnittlauch, Sommerwucherblumen und einer Wildblumenmischung. Salat-, Radieschen- und Spinatkeimlinge haben sich schon aus der Erde gekämpft und sehen gut aus, auf den Rest darf ich mich noch ein bißchen freuen. Genauso wie auf Petersilie, Rosmarin, Basilikum und Lavendel, die ich in den letzten Tagen ins Zimmergewächshaus gesät habe.

Bei den Susannes habe ich den zeitlichen Überblick verloren, aber ich habe immerhin drei, alle unterschiedlich alt, aber sehr niedlich und heiß geliebt.

susannen

Ich hoffe, sie halten durch und werden groß.

Spannend!

 

Erdbeeren

Langsam wird mir klar, woher die Monatserdbeere ihren Namen hat: Entweder weil sie pro Monat nur 1 mm wächst oder weil es Monate dauert, bis sie groß ist. Ich habe meine Monatserdbeeren vor über einem Monat ausgesät und sie keimten auch recht zügig, eine nach der anderen. Die Keimlinge waren superwinzig und auch nach 2 Wochen hatte sich nicht viel getan.

erdbeer_keimling

Ich ließ mich davon nicht verunsichern und habe die Kleinen weitere 2 Wochen umsorgt, besprochen, hin und wieder angesprüht, je nach Laune mit dem Plastikdach des Gewächshauses bedeckt oder gelüftet, in die Sonne, aus der Sonne… bis eines Tages tatsächlich an einigen Keimlingen ein richtiges Miniaturerdbeerblatt erschien!

erdbeer_klein

Explosionsartig erkämpften sich manche der Erdbeerchen in der folgenden Woche ein weiteres Blatt, so dass ich es für angebracht hielt, die Minis zu pikieren. Keine leichte Aufgabe bei Pflanzen, die man kaum mit dem bloßen Auge erkennen kann. Meine feinmotorischen Fähigkeiten reichten aber aus, um sie in ihre neuen Töpfchen zu setzen.

erdbeere

Der Knoblauch sitzt schon im Kasten und wartet, dass endlich seine Nachbarn dazugepflanzt werden. Ich hoffe, der vereinsamt nicht, bis die Erdbeeren die entsprechende Größe und Stabilität erreicht haben.

knoblauch

Aber wie mein Papi immer während meines Studiums zu sagen pflegte: Was lange währt, wird endlich gut.

Niedlich, die Kleinen…

Mal davon abgesehen, dass diese ganze Gemüsegärtnerei das Ziel hat, irgendwann mal den Teller zu füllen und das gute Gefühl zu erzeugen, gerade von der eigenen Hände Arbeit satt zu werden, ist auch der Weg dahin wunderbar. Ich laufe in unverschämt kurzen Zeitabständen zu meinen Kästen und Töpfen und suche die braune Erdoberfläche nach irgendetwas Neuem, im Bestfall Grünem ab. Und wenn tatsächlich etwas gekeimt hat, freu ich mich wie Bolle. Ich freue mich über hübsche Keimblätter, klopfe mir selbst auf die Schulter, wenn sich das erste echte Blatt zeigt und wenn beim Pikieren alle überlebt haben. Ich freue mich, wenn die Pflänzchen langsam aussehen wie richtige Pflanzen und größer und stabiler werden. Ich werde sicherlich ausflippen, wenn es wirklich mal lecker Gemüse aus dem eigenen Garten zum Abendessen gibt.

Jetzt gucke ich mir aber erstmal noch ganz verliebt die Kleinen an:

Thaibasilikum

Thaibasilikum

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

salatchaos

Pflücksalat und Radieschen beim Ausflug nach draussen

Es wächst!

Auf der Fensterbank wächst und gedeiht es. Noch gibt es genug Platz in der Wohnung, aber dass der nahe Frühling eine Umsiedlung auf den Balkon in Aussicht stellt, ist auch nicht schlecht. Eine meiner beiden Zucchinis musste ich heute schon zum zweiten Mal umtopfen. Die Tomaten wachsen ganz herrlich,

tomaten

sowie meine etwas langsamen Gurkenzwillinge

gurkenzwillinge

und der Brokkoli.

broccoli

Ganz verliebt bin ich auch in meine Trichterwindenbabys, die vermutlich am Wochenende in einen größeren Topf umziehen werden und ihre ersten Kletterstangen bekommen.

trichterwinde

Aha!

Jetzt ist er da, der Frühling! Ich freu mich so. Endlich kann es losgehen, draussen säen, die Drinnen-Pflänzchen abhärten, mehr Sonne, mehr Wärme, mehr Wachstum!

Ich habe auch direkt Ivynettles Rat befolgt (die übrigens einen wunderbaren Balkongemüse-Blog hat mit tollen Fotos, viel Fachwissen und viel Herz) und mir etwas Buntes Blühendes für den Balkon besorgt. Hornveilchen und Vermissmeinnicht halten die nachts noch ziemlich tiefen Temperaturen aus. Im Moment stehen sie noch nah am Haus und werden nachts zugedeckt, aber spätestens morgen werde ich dem Frühling vertrauen, dass er selbst hier in Sibirien, .. äh.. Berlin mit den Minusgraden aufräumt.

hornveilchen

Das leere Fleckchen im Kasten ist nur vorübergehend, da wächst nämlich bald der Spinat.

Frohen Frühlingsanfang!

Gekauft aber trotzdem wunderbar

Es ist ja eine wahre Freude, Pflänzchen selbst zu ziehen, den Keimlingen beim Keimen und anschließendem Wachsen zuzuschauen und sich darauf zu freuen, dass die irgendwann mal groß und stark sind und blühen und Früchte abwerfen. Als der „nur“ gekaufte Hibiskus heute morgen das Blühen angefangen hat, war’s aber eigentlich genauso schön!

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