Es wächst und gedeiht

Weil Vorher/Nachher doch so schön ist, habe ich den Wachstumsfortschritt einiger Balkonbewohner dokumentiert. Ich hatte bereits Anfang März eine Pflücksalatmischung ausgesät. „Diesmal“, dachte ich so bei mir, „mach ich nicht wieder den Fehler und säe zu dicht aus..“ Ganz vorsichtig, nur ganz wenige Körnchen hier und da, bis auf einmal das ganze Tütchen leer war. 100 Pflanzen stand drauf.

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Fürs Keimen ist das noch kein Problem, aber später wird es dann so voll, dass die Pflanzen sich gegenseitig auf den Füßen stehen und unter Umständen sogar eingehen.

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Also musste ausgedünnt werden. Ein paar Keimlinge setzte ich dann in einen separaten Kasten mit einem anständigen Abstand.

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Der Wachstumsvergleich zwischen dicht und nicht ganz so dicht ergibt bis jetzt keinen so großen Unterschied, aber ich denke mit zunehmender Größe der Pflanzen würde der Sinn des Pflanzabstands durchaus ersichtlich werden. Ich lasse es nicht soweit kommen und esse einfach alles vorher auf.

Ein Selbstläufer auch in diesem Jahr ist die Erdbeere. Im letzten Jahr hatte sie sich selbst ausgesät und spät im Jahr leckere kleine Früchtchen abgeworfen. In diesem Frühjahr hat sie wieder ausgetrieben mit den ersten Sonnenstrahlen und blüht inzwischen bereits.

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Und jetzt zur Monster-Himbeere: Im Herbst hatte ich sie radikal zusammengeschnitten, da sie sich irgendeine Himbeerkrankheit eingefangen hatte. 3 einsame Hölzchen ragten den Winter über aus dem Topf und ich war gespannt, was wohl im Frühjahr passieren würde. Als erstes waren kleine Knöspchen zu entdecken und wenig später erhob sich ein wahrer Urwald aus der Erdoberfläche.

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Sie ist jetzt schon riesig und mein größtes Sorgenkind für den anstehenden Umzug. Werde ich mich von ihr trennen können oder ihr eine 700 km Reise im Transporter zumuten? Es wäre ja nicht ihr erster Umzug! Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich sie einfach in Berlin stehen lassen sollen…

Eisheilige und Abschiede

Eisheilige?…Egal! Gestern war auf einmal ein riesiges Fenster im meinem Zeitplan als nicht mehr ganz so frisch gebackene in Elternzeit befindliche Hausfrau und Mutter aufgegangen, so dass ich mich blitzschnell auf dem Balkon verschanzte und alles erledigte, was irgendwie ging. Dem vorausgegangen war bereits eine 2 Tage andauernde Putzaktion, so dass man den Hygienezustand endlich mal als annehmbar bezeichnen kann. Vorher/Nachher macht  immer so viel Spaß:

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Als erstes gab es tatsächlich noch ein paar Kästen aus der letzten Saison zu entsorgen. Hier fanden verholzte Stämme von alten Ringelblumen, knochenharte Schnittlauch-Stängelchen, Gras und Moos ihren Weg in den Grünabfall (Biomüll gibt’s in Süd-BW nicht, muss man alles selber wegbringen). In den letzten Wochen hatten mir die wunderbaren gefüllten Narzissen viel Freude gemacht, die ich letzten Herbst gesetzt hatte, aber auch die wurden entschlossen ausgebuddelt und verabschiedet.

narzisse

Manchmal kommt es nämlich wirklich wie man denkt und Hannahs Garten wird mal wieder weiterziehen. Demnächst heisst es, Abschied nehmen von dem tollen Balkon mit dem roten Stuhl. Es geht zurück in den wilden Osten mit der Hoffnung auf viel Raum für viele Pflanzen, aber zur Zeit ist das nur Spekulation. Der Grundsatz der diesjährigen Balkonsaison lautet also: es darf nur behalten werden, was sowieso schon wächst und es werden keine neuen Töpfe aufgemacht. So mussten also die Narzissen weichen, um der extrem reduzierten Kinderstube Platz zu machen. Die Tomaten mussten und wollten nun ganz dringend umziehen und haben trotz der bevorstehenden, wenn auch vermutlich halbherzigen Eisheiligen, ihr Plätzchen draussen gefunden.

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Außerdem wächst hier noch ein einzelner Lavendelzweig, der ohne zu blühen schon duftet wie wild, und ein Exemplar Pimientos de Padron aus der Samenrotation. Die restlichen Kleinen habe ich bereits in gute Hände abgegeben. Und weil ich das so tapfer erledigt habe, habe ich mir einen einzigen Grundsatzbruch erlaubt und einen frischen Topf mit Thaibasilikum angelegt. Brauch man ja schließlich! Werden bereits belegte Kästen wieder verwendet, hebelt das den ersten Teil des Grundsatzes aus, so dass man sich prima selbst bescheissen kann ich noch Zinnien aus der Samenrotation, sowie einen Kasten mit Dill, Petersilie und Basilikum aussähen konnte. Verschiedene Sorten Salat hatte ich schon vor einer Weile ausgesät, die mehr oder weniger erfolgreich vor sich hin wachsen. Auf meine geliebten Kletterer (in Planung waren Gurke, Trichterwinde und Spargelerbse) habe ich komplett verzichtet, aber mein Balkongärtnerherz kommt nicht umhin, wenigstens ein bißchen Grün sprießen zu sehen. Jetzt werde ich die Tomaten so dermaßen pflegen, in der Hoffnung vor August ernten zu können. Wenn nicht, freuen sich vielleicht die Nachbarn!