Alle wohlauf, bis auf…

… die Himbeere. Wie befürchtet, bot sich bei meiner Rückkehr ein trauriges Bild. Also eigentlich gab es auch Grund zur Freude, alle Pflanzen waren gewachsen, gesund und grün, selbst die Tomaten. Ein Hoch auf Blumat, es funktioniert wirklich und ich kann die kleinen Tonkegel wärmstens empfehlen. Selbst bei hochsommerlichem Wetter ohne nennenswerten Regen, kann man sich getrost auf die Bewässerung verlassen.

Aber meine liebe Himbeere, für die war es einfach zuviel. Oder eher zuwenig. Und zwar Wasser. Ich hatte es eigentlich schon vermutet: die Ernte war hinüber und die meisten Blätter vertrocknet. Während die anderen Pflanzen ihre Wurzeln quasi in den porösen Ton hinein haben wachsen lassen,

DSC_0078

ist diese Art der Bewässerung einfach nichts für die Himbeere und ihr Wurzelwerk. Nach einer wenige Minuten andauernden Trauerphase, packten ich und die Himbeere das Problem voller Tatendrang an. Nach 3 Jahren im Topf würde vielleicht eine Ausdünnung gar nicht schaden. Ich entfernte erstmal alles trockene Laub und fast alle Zweige knapp oberhalb des Erdbodens. Ein paar ließ ich stehen und achtete dabei darauf, dass es das diesjährige Holz war, das nächstes Jahr Früchte tragen würde. Die nun etwas überschaubarere Pflanze hob ich unter enormer Kraftanstrengung aus ihrem Kübel und teilte ungefähr zwei Drittel vom Wurzelballen ab. Das verbleibende Stück mit den unversehrten Ästchen pflanzte ich zurück in den Topf mit einer Riesenportion neuer Erde. Nach ordentlichem Angießen und etwas Beerendünger redete ich der stolzen Himbeere noch gut zu, auf dass sie sich schön regeneriere und im nächsten Frühjahr sprieße! Aber auch das sollte anders kommen, als gedacht…

Advertisements

Was machen eigentlich…

… Die Strelitzien? 

Die Antwort lautet: Nichts!

  
Obwohl sie sich bei den derzeitigen Temperaturen sehr heimisch fühlen sollten, kommen sie nicht aus ihren Kokosquelltabletten gesprungen und freuen sich des Lebens, wie ich angenommen hatte. Es passiert einfach nichts. Und ja, natürlich habe ich schon wieder Samen ausgebuddelt und begutachtet… Nichts! 

Ein bißchen Schonfrist gebe ich Ihnen aber noch, bevor ich die Strelitzien-Aufzucht als gescheitert erkläre. 

Turbulenzen

Was soll ich sagen, man kann es sich nicht immer aussuchen. Auch wenn man sich mit ganzem festen Willen dagegen stemmt, passieren Dinge im Leben, die man einfach nicht kontrollieren kann, obwohl man so gerne möchte. Diese Lektion kriegt man immer mal wieder vorgesetzt, zum Beispiel vom Leben oder vom Wetter. Rund um die kalte Sophie sah alles herrlich aus, die gesamte Mannschaft sorgsam hochgezogener und geliebter Pflänzchen wanderte nach draussen und machte sich sehr gut auf dem sonnigen Balkon.

balkon_fertig1

 

balkon_fertig3

Alles entwickelte sich prächtig, es wurde grün und grüner und es gab sogar kleine Fortschritte in Sachen Ernte!

ernte_salat_radis

Dann überlegte sich wohl der Herr Mai, man solle sich jetzt erst nochmal warm anziehen und schickte Regen und Sturm und Pech und Schwefel. Zu allem Überfluß stellte sich auch noch heraus, dass der neue Gemüsebalkon alles andere als windgeschützt ist. Bei all dem Kram, den man auf dem Balkon hat, geht es natürlich denen an den Kragen, die man am liebsten hat: Zur Anschauung hier meine stark gebeutelte Zucchini und die zerpfückte Gurke:

zucchini_nach_sturm

 

traurige_gurke

 

Die Susanne hängt in den Seilen, die neuen Radieschenkeimlinge schwimmen weg, die Paprika sieht absolut bemitleidenswert aus,

traurige_paprika

 

doch das wird alles noch übertroffen von meiner allerliebsten Tomate:

tomate_kopflos

 

Der Wind hat den gesamten Haupttrieb abgeknickt, inklusive Blüten und Minifruchtansätzen. Wie schade! Ich habe nun intuitiv den Haupttrieb bis zum nächsten großen Seitentrieb abgeschnitten und den Seitentrieb hochgebunden, in der Hoffnung, dass die Pflanze daraus einen neuen Haupttrieb macht und so schön weiter wächst wie bisher. Die obere Hälfte meiner Tomate steht nun im Wasserglas, ich versuche hieraus einen Steckling zu ziehen. Hoffentlich klappts!

Vielleicht ist bei all dem Frust einfach ein bißchen Optimismus gefragt. Es gibt eine Reihe von Balkonbewohnern, die gut klarkommen mit den Bedingungen. Dill, Kapuzinerkresse, Salat und vorallem der Brokkoli sind relativ unbeeindruckt. Haltet durch, es kann nur besser werden!