Kleine Keimlinge

2 Wochen nach der Aussaat kann man schonmal eine erste Bestandsaufnahme wagen: Die erste Fuhre Chili- und Tomatensaat macht sich soweit prächtig, die Erfolgsquote ist beachtlich.

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Besonders gut kommt die Tomate Rosii Marunte, die schon ein manierliches 1. echtes Blattpaar aufweist.

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Die Chili-Franktion lässt es natürlich langsamer angehen, aber so muss es ja sein. Noch gar keine Rückmeldung gab es von der Erdkirsche Molly, der Tomate Tigerella und sämtlichen Auberginen. Aber es ist ja auch noch nicht aller Tage Abend!

Derweil warte ich noch darauf, dass die Temperaturen ein paar Grad anziehen. Hier im Osten ist es nachts immernoch nur knapp über Frost, wenn überhaupt. Da warte ich lieber noch ein wenig mit der Aussaat im Freiland, auch wenn es mächtig in den Fingern juckt.

Samenrotation 2015 – juhuu, die Post ist da!

Trotz Marcels Ankündigung, dass bald die Samenpäckchen ins Haus flattern werden, war ich im ersten Augenblick irritiert, einen dicken Briefumschlag adressiert mit meiner eigenen Handschrift aus dem Briefkasten zu befreien. Nach ein paar Zehntelsekunden fiel dann aber doch der Groschen: meine Samenpost ist da!!

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Ich habe mich natürlich sofort draufgestürzt und die vielen und wahnsinnig tollen Samentütchen begutachtet. Folgendes habe ich bekommen:

Chilis Chinesische Schwarze und Naranga, Akelei, Buschbohne Butterkönig und Tomaten Rosii Marunte und Livingston’s Beauty von Jenny

Tomate Black Cherry und Erdkirsche von Verena von Balkonacker

Tomate Tigerella, Bunter Popcornmais und Wunderblume von Anna von derkleineschrebergarten.blogspot.de

Ein Päckchen im Päckchen mit Erbse, Bohne, Wicke, Dill und Radieschen von Sarah

Rosenkohl Red Bull und Borretsch von Gemüse-Gemurmel

Stabtomate Green Giant von Katja

Möhre Lange Rote und Paprika California Wonder von schoenschnabel.wordpress.com

Black Cherry Tomate von Lisa

Gelbsenf von Mel von Kistengrün

Tomate Golden Currant

2x Hokkaido-Kürbis

Phlox

Mittagsgold und Tagetes

Puffbohne

Staudenwicke

Lila Prunkwinde

Blutampfer

Erbsen

1000 Dank an alle, die mitgemacht haben bei der diesjährigen Samenrotation. Ihr habt mir wirklich tolle Sachen beschert und ich freue mich schon riesig aufs Anbauen! Mal schauen wie viel davon in meinen neuen Garten passt! Ich glaube es wird ganz wunderbar bunt werden..

Ein spezieller Dank geht auch noch mal an Marcel, seine Frau und deren Postbote, die wieder fleissig rotiert haben, um uns eine Freude zu machen!

Schicksalsjahre eines Balkongartens

Das Schicksal des Balkongartens ist mal wieder besiegelt. Er führt ja bekanntlich ein sehr bewegtes Leben, war schon auf 3 verschiedenen Balkonen heimisch und hat sich nie unterkriegen lassen. Nun ist es soweit, Hannahs Garten bezieht seine vierte Behausung. Auf Wiedersehen, Süd-BW, es geht zurück. Zwar nicht in die große Stadt, aber in den kleinen Bruder, der sich gleich im Süd-Westen dranschmiegt. Es zahlt sich also aus, in weiser Voraussicht in dieser Saison größtenteils nur Pflanzen gehabt zu haben, die sich nirgendwo festhalten, hochranken, anklammern oder ähnliches. Bis auf Ihn hier:

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Der Wein. Er ist zwar kein Prachtexemplar, aber er ist mir und vorallem dem Meister und Kenner der Pflanzenwelt sehr ans Herz gewachsen. Er hält sich am grottenhäßlichen Sichtschutz fest, aber wir können ihn einfach nicht zurücklassen. Habt Ihr eine Idee, wie man den Guten transportfähig machen könnte?

Der Rest der kleingehaltenen Belegschaft ist bereit zum Umzug und darf sich freuen auf eine große Terrasse, wo es knalle Sonne oder bei Bedarf auch ein bißchen Schatten gibt und einen kleinen aber feinen GARTEN! Es ist also soweit, mein erster eigener stets herbeigesehnter Garten! Naja, also nicht wirklich meiner und es sieht zur Zeit auch eher nach Unkrauturwald aus, aber das wird schon noch.

Wer kommt mit?

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Natürlich die stolze Himbeere, es gibt definitv genug Platz für sie im neuen Garten.

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Die Tomaten, die inzwischen hübsche birnenförmige Früchte bilden. Ich hoffe, sie überstehen die Reise.

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Mein Thaibasilikum, den ich sehr mag.

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Mein Lavendelnachwuchs.

Außerdem noch Erdbeere, ein Kräuterkasten und ein geschenktes Mandarinenbäumchen. Das ist also meine Mannschaft für das neue Zuhause, mal abgesehen von den Zweibeinern. Bin ich doch alleine weggegangen und komme zu dritt wieder! Ich freue mich!

Eisheilige und Abschiede

Eisheilige?…Egal! Gestern war auf einmal ein riesiges Fenster im meinem Zeitplan als nicht mehr ganz so frisch gebackene in Elternzeit befindliche Hausfrau und Mutter aufgegangen, so dass ich mich blitzschnell auf dem Balkon verschanzte und alles erledigte, was irgendwie ging. Dem vorausgegangen war bereits eine 2 Tage andauernde Putzaktion, so dass man den Hygienezustand endlich mal als annehmbar bezeichnen kann. Vorher/Nachher macht  immer so viel Spaß:

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Als erstes gab es tatsächlich noch ein paar Kästen aus der letzten Saison zu entsorgen. Hier fanden verholzte Stämme von alten Ringelblumen, knochenharte Schnittlauch-Stängelchen, Gras und Moos ihren Weg in den Grünabfall (Biomüll gibt’s in Süd-BW nicht, muss man alles selber wegbringen). In den letzten Wochen hatten mir die wunderbaren gefüllten Narzissen viel Freude gemacht, die ich letzten Herbst gesetzt hatte, aber auch die wurden entschlossen ausgebuddelt und verabschiedet.

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Manchmal kommt es nämlich wirklich wie man denkt und Hannahs Garten wird mal wieder weiterziehen. Demnächst heisst es, Abschied nehmen von dem tollen Balkon mit dem roten Stuhl. Es geht zurück in den wilden Osten mit der Hoffnung auf viel Raum für viele Pflanzen, aber zur Zeit ist das nur Spekulation. Der Grundsatz der diesjährigen Balkonsaison lautet also: es darf nur behalten werden, was sowieso schon wächst und es werden keine neuen Töpfe aufgemacht. So mussten also die Narzissen weichen, um der extrem reduzierten Kinderstube Platz zu machen. Die Tomaten mussten und wollten nun ganz dringend umziehen und haben trotz der bevorstehenden, wenn auch vermutlich halbherzigen Eisheiligen, ihr Plätzchen draussen gefunden.

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Außerdem wächst hier noch ein einzelner Lavendelzweig, der ohne zu blühen schon duftet wie wild, und ein Exemplar Pimientos de Padron aus der Samenrotation. Die restlichen Kleinen habe ich bereits in gute Hände abgegeben. Und weil ich das so tapfer erledigt habe, habe ich mir einen einzigen Grundsatzbruch erlaubt und einen frischen Topf mit Thaibasilikum angelegt. Brauch man ja schließlich! Werden bereits belegte Kästen wieder verwendet, hebelt das den ersten Teil des Grundsatzes aus, so dass man sich prima selbst bescheissen kann ich noch Zinnien aus der Samenrotation, sowie einen Kasten mit Dill, Petersilie und Basilikum aussähen konnte. Verschiedene Sorten Salat hatte ich schon vor einer Weile ausgesät, die mehr oder weniger erfolgreich vor sich hin wachsen. Auf meine geliebten Kletterer (in Planung waren Gurke, Trichterwinde und Spargelerbse) habe ich komplett verzichtet, aber mein Balkongärtnerherz kommt nicht umhin, wenigstens ein bißchen Grün sprießen zu sehen. Jetzt werde ich die Tomaten so dermaßen pflegen, in der Hoffnung vor August ernten zu können. Wenn nicht, freuen sich vielleicht die Nachbarn!

Winter?

Bis auf das schöne warme Herbstlicht ist mein Balkon tatsächlich schon ein bißchen im Winter-Modus:

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2 fast reife Paprikaschoten an einer bemitleidenswerten Pflanze verleihen dem Ganzen noch einen kleinen Farbkleks und die Erdbeeren sind auch noch nicht hinüber. Der Wein hat sein Laub abgeschmissen, alle einjährigen Kletterer haben sich verabschiedet und von der Himbeere stehen nur noch 3 kahle Stöckchen nach einer radikalen Beschneidung, die wegen irgendeiner wilden Himbeer-Pilz-Erkrankung notwendig geworden war. Ein bißchen traurig ist es. Aber so ist es eben: im Frühjahr steigt die Spannung und Freude mit jedem grünen Keimling der sich in die Sonne streckt, im Herbst geht alles wieder vor die Hunde im Balkongarten! Gleichzeitig kehrt aber auch Ruhe ein, alles wird wieder ein bißchen ordentlicher und man fasst den guten Vorsatz, im nächsten Jahr ein bißchen Platz für Menschen auf dem Balkon zu lassen. Wir werden sehen, ob es klappt…

Paprika und Werbung

Nach 2 sonnigen, schönen Herbsttagen, an denen es in Süd-BW mal ausnahmsweise nicht geregnet hat, hat es endlich auch meine Paprika geschafft, eine rötliche Farbe anzunehmen! Das wird ein Festessen! Gut, dass ich so geduldig war und sie nicht schon in grün auf dem Teller gelandet ist.

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Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch ein bißchen Werbung machen für die großartige Samenrotation 2014, im Rahmen welcher fleissige Gärtner ihr überschüssiges Saatgut tauschen und sich über tolle neue Saat-Ideen freuen können. Initiiert wurde die Samenrotation von Marcel, die weiteren Details entnehme man seinem wunderbaren Blog derbalkongarten.wordpress.com. Ich nehme teil und habe gestern nachdem ich die Tomatenpflanzen, Mangold, Salbei, Basilikum und Chili feierlich verabschiedet habe, schon Samen von Trichterwinde, Schwarzäugiger Susanne, Calendula und Paprika eingesammelt, die sich zusammen mit einigen Weiteren bald auf den Weg zu Marcel machen werden. Bis Ende Oktober kann man noch teilnehmen. Ich freu mich schon!

Hallo BW!

So langsam bin ich angekommen im schönen Baden-Württemberg und habe bereits einige gravierende Unterschiede zur Hauptstadt herausgearbeitet: die Leute in Bäckerei/Apotheke/Eisdiele etc. sind alle nett und freundlich, niemand außer mir fährt ein dreckiges Auto und es gibt mitten in der „Stadt“ Kräutergärten, die gehegt, gepflegt und respektiert aussehen.

Da ich keinen extra LKW für Pflanzen zur Verfügung hatte, ist mit mir nur eine relativ überschaubare Kinderstube angereist:

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2 verschiedene Stabtomaten (Supersweet und Ravello vom letzten Jahr), die sehr kompakte Bonsai-Tomate und jeweils 2 verschiedene Sorten Paprika, Gurke und Zucchini, eine niedliche Gemüsechili, die dritte Generation Trichterwinde von meinem blumenliebenden fernen Lieblingsfreund und die versehentlich herangezogenen Nachkömmlinge meiner Monatserdbeere aus dem letzten Jahr. Wenn man die Früchtchen nämlich nicht ordentlich aberntet, einfach in der Erde verrotten lässt und einen Winter abwartet, zeigt sich im nächsten Frühjahr folgendes:

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Ich konnte natürlich nicht anders, als die 1.5 mm großen Pflanzen zu vereinzeln, in Anzuchterde ins Warme zu holen und aufzupäppeln und mich auch dieses Jahr wieder auf 3-5 minikleine aber herrlich aromatische Erdbeeren zu freuen.

Nicht verzichten konnte ich auf die Schwarzäugige Susanne. Im letzten Jahr hatte ich gelernt, dass die Keimung am besten funktioniert, wenn man sie irgendwo dazu wirft und nicht beachtet. Einem netten Lesertipp folgend habe ich sie später konsequent ins Haus geholt, wenn es draussen frisch wurde und sie dankt es mir gerade mit üppigem Wachstum.

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Eine weitere Großartigkeit, die die Umzugshelfer hat fluchen lassen, ist die stolze Himbeere, die ich unter keinen Umständen zurücklassen konnte. Die Gute wächst und gedeiht und aus den bereits dokumentierten Knospen sind gut besuchte Blüten und inzwischen jede Menge noch grüner Beeren geworden.

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Dank der Himbeere ist man niemals allein auf dem Balkon, es herrscht ein ständiges Summen und Brummen und sie lockt sogar ihre eigenen Schädlingsbekämpfer an:

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Und sonst so? Spinat, Salat, Mangold gab es gestern zum Abendessen, der zweite Anlauf Kapuzinerkresse keimt nicht, der Mini-Pak-Choi umso besser, die Pariser Möhrchen sowie die Kornblumen/Mohn-Mischung machen kleines Grün. Das Ganze wurde aufgefüllt durch gekaufte Kräuter, Blümchen und sogar Wein.

Es ist schon richtig schön in unserem neuen Balkongarten! Willkommen auf der Schwäbischen Alb in der Region Bodensee-Oberschwaben Hohenzollern irgendwas!

Lichtblicke

Jetzt ist so gut wie Juni, aber Frühling oder gar Sommer hat sich immernoch nicht eingestellt. Ich bekomme aber mehr und mehr das Gefühl, die Flora auf meinem Balkon passt sich an. Die Trichterwinde wächst schön und klettert das Geländer hoch:

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Die halb zerflückte Zucchini sieht immernoch schlimm aus, aber ich habe das hier an ihr gefunden:

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Die Gurke hat mich mit einem ähnlichen Anblick erfreut:

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Der Star auf meinem Regenbalkon ist eindeutig der Brokkoli. Er wächst und gedeiht, sieht wunderbar aus und scheint mit jedem Regenschauer aufzuleben. Hier nun die Fortsetzung meiner kleinen Brokkolistudie:

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brokkoli

Es geht voran! Zumindest ein bißchen…

Tagesausflug in die Sonne

Auch wenn es noch die eine oder andere kalte Nacht gibt, klettern die Temperaturen langsam aber sicher in einen verträglichen Bereich, sowohl für mich, als auch fürs Gemüse. Meine Anzuchtfensterbank wird langsam zum Anzuchtzimmer, ein paar Mutige sind aber schon auf den Balkon umgezogen und es wurde sogar schon ein bißchen draussen ausgesät. Bei strahlend blauem Himmel und 20°C gab es nun den ersten großen Tagesausflug in die Sonne, eine gute Gelegenheit, sich mal einen Komplettüberblick zu verschaffen.

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Zwei verschiedene Tomatensorten, Gurke, Brokkoli, Spitzpaprika, Chili und Zucchini, deren Vorkultur ich Anfang März gestartet habe, wachsen gut und sind fast alle schon richtige Teenies. Paprika und Chili sind ein bißchen langsam, während die Zucchinis schon riesig sind (Note to self: Beim nächsten Mal auf jeden Fall später aussäen!).

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Außerdem habe ich gelernt, dass Zucchinipflanzen sehr empfindlich auf Wind und tiefe Temperaturen reagieren und auch langsam an direkte Sonne gewöhnt werden sollten. Bei dem ersten kurzen Ausflug auf den Balkon vor einiger Zeit hat eine der Zucchinis ein Blatt gelassen, im Wind abgeknickt und die anderen Blätter vor Kälte (10°C) etwas hängen lassen. Sie hat aber alles verziehen und wächst inzwischen wieder munter weiter.

Ende März habe ich eine weitere Runde Vorkultur gestartet, aus lauter Winterverzweiflung habe ich alles mögliche ausgesät: Trichterwinde, Studentenblumen, Kapuzinerkresse und Kohlrabi entwickeln sich seitdem gut, die ersten drei wohnen schon draussen.

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Die Kohlrabis sind noch recht klein und schonen sich noch auf der Fensterbank.

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Der Mangold ist zwar gekeimt, aber außer den Keimblättern ist nicht mehr viel nachgekommen, die Buschbohne hat sich überhaupt nicht blicken lassen. Pflücksalat und Radieschen im Zimmer auszusäen und dann nach draussen umzuziehen, kann ich nicht wirklich empfehlen. Es ist schon etwas grünes gewachsen, aber der Salat hat sich auf die Erdoberfläche gelegt und die Radieschen wollen keine Knollen ausbilden. Das habe ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und habe Anfang April beides neu und draussen ausgesät zusammen mit Spinat, Möhren, Dill, Oregano, Schnittlauch, Sommerwucherblumen und einer Wildblumenmischung. Salat-, Radieschen- und Spinatkeimlinge haben sich schon aus der Erde gekämpft und sehen gut aus, auf den Rest darf ich mich noch ein bißchen freuen. Genauso wie auf Petersilie, Rosmarin, Basilikum und Lavendel, die ich in den letzten Tagen ins Zimmergewächshaus gesät habe.

Bei den Susannes habe ich den zeitlichen Überblick verloren, aber ich habe immerhin drei, alle unterschiedlich alt, aber sehr niedlich und heiß geliebt.

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Ich hoffe, sie halten durch und werden groß.

Spannend!