Niedlich, die Kleinen…

Mal davon abgesehen, dass diese ganze Gemüsegärtnerei das Ziel hat, irgendwann mal den Teller zu füllen und das gute Gefühl zu erzeugen, gerade von der eigenen Hände Arbeit satt zu werden, ist auch der Weg dahin wunderbar. Ich laufe in unverschämt kurzen Zeitabständen zu meinen Kästen und Töpfen und suche die braune Erdoberfläche nach irgendetwas Neuem, im Bestfall Grünem ab. Und wenn tatsächlich etwas gekeimt hat, freu ich mich wie Bolle. Ich freue mich über hübsche Keimblätter, klopfe mir selbst auf die Schulter, wenn sich das erste echte Blatt zeigt und wenn beim Pikieren alle überlebt haben. Ich freue mich, wenn die Pflänzchen langsam aussehen wie richtige Pflanzen und größer und stabiler werden. Ich werde sicherlich ausflippen, wenn es wirklich mal lecker Gemüse aus dem eigenen Garten zum Abendessen gibt.

Jetzt gucke ich mir aber erstmal noch ganz verliebt die Kleinen an:

Thaibasilikum

Thaibasilikum

Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

salatchaos

Pflücksalat und Radieschen beim Ausflug nach draussen

Endlich Neuschnee!

Alle meckern übers Wetter.. Ich auch! Ich kann das weiße Zeug, das überall herumliegt, nicht mehr sehen. Und kalt will ich auch nicht mehr. Und draußen pflanzen will ich! Es ist fast April, das kann doch nicht so schwer sein!

Trotz der fehlenden Sonne haben sich erfreuliche Dinge auf meiner Gemüsefensterbank ereignet. Ich habe eine Susanne! Ich hoffe, sie hält durch und wird groß.

susi

Die besten Bedingungen für das Keimen der Schwarzäugigen Susanne hat nun also das Gewächshaus geboten. Im Topf, der nur halbgut gegossen auf der kalten Fensterbank stand, blitzt allerdings auch schon etwas noch Gelbes aus der Erde. Was lerne ich daraus? Nichts. Außer, dass man mit Pflänzchen etwas mehr Geduld haben sollte. Keine Geduld hingegen erfordert der Dauerbrenner Zucchini.

DSC_0035

Fast jeden Tag ein neues Blatt und die Blätter werden riesig im Vergleich zu meinen restlichen Fensterbankbewohnern, wie der hübschen Trichterwinde

DSC_0027

oder meinem Knoblauch.

DSC_0028

Besonders gefreut habe ich mich über Spitzpaprika

DSC_0030

und Chili.

DSC_0031

Inspiriert vom miesen Wetter habe ich nun auch anfangen, Samen auszubringen, die eigentlich im Frühling ins Freiland wollen, bei den Temperaturen aber nicht können. Salat, Radieschen, Mangold, Kohlrabi und Kapuzinerkresse in der Wohnung? Warum eigentlich nicht! Falls wirklich etwas dran ist an dem Gerücht, der Golfstrom sei versiegt, brauch man Alternativen!

Schlimme Ungeduld

Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich habe die Schwarzäugige Susanne ausgegraben, bzw. ihre Samen. Ich habe die Samen auch tatsächlich wiedergefunden und es war genau gar nichts passiert in den letzten Wochen. Zugegebenermaßen war diese Aktion vielleicht etwas verfrüht, da so viele Wochen seit der Aussaat nun doch nicht vergangen sind, aber ich musste halt mal schauen! Auf meiner Fensterbank ist es relativ kalt und obwohl ich sie parallel innerhalb des Gewächshauses und an verschiedenen Orten in Töpfchen außerhalb platziert hatte, verging mir langsam die Zuversicht, irgendwo die richtige Temperatur getroffen zu haben. Auf der Samenverpackung wird zudem auch noch eine hohe Keimungstemperatur empfohlen, sodass ich es jetzt nochmal mit folgender Konstruktion versuche.

warmesusi

Die anderen Susannes sind natürlich auch noch im Rennen. Vielleicht kommt ja doch noch was aus der Erde.

Abendliches Pflanzen

Heute war doof. Es fing gleich morgens mit ungefähr 3 Metern Neuschnee an. Reicht das nicht langsam mal mit Winter? Niemand möchte mehr Schnee sehen und niemand möchte sich mehr den Arsch abfrieren. Bis zum Mittag ist der Tag inklusive einiger Erfolglosigkeiten vor sich hin getröpfelt. Interessant wurde es dann wieder in der Kantine, auch zärtlich „Betriebsrestaurant“ genannt: Es gab Chili con Carne. Soweit so gut. Allerdings war scheinbar das Carne ein bißchen knapp, sodass der Koch es mit Graupen aus der Graupensuppe vom Vortag strecken musste. Graupen im Chili? Ernsthaft?

Wie kann man so einen Tag noch retten? Shoppen und Pflanzen! Oder auch Shoppen fürs Pflanzen! Bei Tchibo gibts gerade extrem praktische Pflanzunterlagen (und Balkonkästen, Bewässerungskugeln, Windlichter, ähm…), damit man beim Indoor-Pflanzen nicht den tollen hochempfindlichen Echtholzboden ruiniert. Ich hab nahezu die gesamte Gartenkollektion erworben, die Sachen sind toll, kann ich nur empfehlen.

Zuhause angekommen habe ich mich dann meditativem Pflanzen hingegeben. Als erstes mussten die jungen Stabtomaten und die Brokkolis aus ihren Torftöpfen raus, da sich bei ihnen sowohl das erste echte Blattpaar nach den Keimblättern als auch ein kompletter Wachstumsstop eingestellt hatte. Ich hoffe, die sind genauso froh wie ich, dass die Torftopf-Phase komplett überwunden ist und fangen jetzt ordentlich das Wachsen an. Der Sommer steht ja quasi schon vor der Tür und bald will geerntet werden.
Weil es dann gerade so gut lief, habe ich alles eingepflanzt, was ich in die Finger kriegen konnte: 4 Zitronenkerne, eine riesige Knoblauchzehe (mal sehen was mit Knoblauch über dem Gefrierpunkt passiert), einige geschenkte Trichterwindensamen und ein paar Studentenblumensamen, die wohl versehentlich zwischen Pflanztöpfchen steckten, die mir ebenfalls freundlicherweise überlassen worden sind. Vom lieben Spender habe ich dann auch noch folgendes Teebeutelweisheitsfoto geschickt bekommen:

teebeutel

Danke!

Jetzt ist’s besser.