Balkonexplosion

Da fährt man mal ein paar Tage weg und was passiert? Die Vegetation explodiert förmlich! Nach 5 Tagen außer Haus war ich fassungslos, was sich in der Zwischenzeit auf dem Balkon getan hat. Letzte Woche noch waren die Tomaten Babys, oder zumindest Teenies, und jetzt sind sie Urwald!

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Es gibt sogar schon Blüten. Ich bin so gespannt auf die Früchte! Es handelt sich ja um die Sorte „Red Pear“, die ich in der Samenrotation ergattert habe. Mein Plan, vor August Tomaten zu essen, könnte wahr werden, bei diesem erstklassigen Wachstumsverhalten.

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Erstaunt und erfreut hat mich auch der Basilikum! Ich habe Basilikum! In den Vorjahren hatte ich den immer zu dem Tomaten gesät, um irgendwann endlich einzusehen, dass das zwar eine schöne Idee ist, aber nicht in Echt funktioniert. Die Tomaten haben immer sämtliches Licht und bestimmt auch Futter geklaut. Das wurde nix. Aber jetzt so ganz alleine im Kasten (also nur mit Dill und Petersilie auf Sicherheitsabstand) recken sich die kleinen Blättchen schon ordentlich gen Himmel.

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Mutti sagt ja, Basilikum und Chili vertragen sich bestens. Im nächsten Jahr dann vielleicht…

Ein großes Glück war auch der Anblick vieler roter Punkte in meinem Erdbeertopf. Heute abends gab es zum Nachtisch tatsächlich schon eine Handvoll leckere süße Mini-Monatserdbeeren!

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So lässt es sich leben im Balkongarten! Juni ist mein Lieblingsmonat!

Euch allen viel Spaß bei der Ernte!

Es wächst und gedeiht

Weil Vorher/Nachher doch so schön ist, habe ich den Wachstumsfortschritt einiger Balkonbewohner dokumentiert. Ich hatte bereits Anfang März eine Pflücksalatmischung ausgesät. „Diesmal“, dachte ich so bei mir, „mach ich nicht wieder den Fehler und säe zu dicht aus..“ Ganz vorsichtig, nur ganz wenige Körnchen hier und da, bis auf einmal das ganze Tütchen leer war. 100 Pflanzen stand drauf.

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Fürs Keimen ist das noch kein Problem, aber später wird es dann so voll, dass die Pflanzen sich gegenseitig auf den Füßen stehen und unter Umständen sogar eingehen.

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Also musste ausgedünnt werden. Ein paar Keimlinge setzte ich dann in einen separaten Kasten mit einem anständigen Abstand.

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Der Wachstumsvergleich zwischen dicht und nicht ganz so dicht ergibt bis jetzt keinen so großen Unterschied, aber ich denke mit zunehmender Größe der Pflanzen würde der Sinn des Pflanzabstands durchaus ersichtlich werden. Ich lasse es nicht soweit kommen und esse einfach alles vorher auf.

Ein Selbstläufer auch in diesem Jahr ist die Erdbeere. Im letzten Jahr hatte sie sich selbst ausgesät und spät im Jahr leckere kleine Früchtchen abgeworfen. In diesem Frühjahr hat sie wieder ausgetrieben mit den ersten Sonnenstrahlen und blüht inzwischen bereits.

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Und jetzt zur Monster-Himbeere: Im Herbst hatte ich sie radikal zusammengeschnitten, da sie sich irgendeine Himbeerkrankheit eingefangen hatte. 3 einsame Hölzchen ragten den Winter über aus dem Topf und ich war gespannt, was wohl im Frühjahr passieren würde. Als erstes waren kleine Knöspchen zu entdecken und wenig später erhob sich ein wahrer Urwald aus der Erdoberfläche.

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Sie ist jetzt schon riesig und mein größtes Sorgenkind für den anstehenden Umzug. Werde ich mich von ihr trennen können oder ihr eine 700 km Reise im Transporter zumuten? Es wäre ja nicht ihr erster Umzug! Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich sie einfach in Berlin stehen lassen sollen…

Endlich wirklich Frühling? Jetzt bald..?

Eben habe ich gehört, es wird Frühling. Richtig wahrhaftig, mit Sonne und mindestens 20°C, wenn nicht mehr. Nun gut, dann mal los, liebes Wetter, hier gibt es nämlich nicht mal grüne Knospen an den Bäumen und Ostern ist so gut wie vorbei! Der mutig ausgesäte Salat keimt eigentlich gar nicht und meine Frühblüher haben sich auch noch nicht zum Blühen entschliessen können. Und von früh kann jetzt wirklich keine Rede mehr sein…

An der Situation auf der Fensterbank ändert das natürlich nichts. Dort wächst es munter vor sich hin. Meine Chilis und Paprikas lassen wacker ein Blättchen nach dem anderen wachsen und die Tomaten sind eine wahre Pracht.

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Es gibt allerdings auch schon Verluste zu beklagen bevor sie Balkonsaison richtig angefangen hat: beim Ausflug der Kinderstube an die frische Luft ist es passiert. Meine einzige Zucchini hat es dahingerafft und es war voll und ganz meine Schuld. Geköpft habe ich sie beim Transfer von der Fensterbank auf den Balkon. Aber wie wir ja wissen, passiert nichts ohne Grund. Die Anzeichen verdichten sich im Moment, dass in Kürze tatsächlich wieder ein Umzug anstehen könnte und einen zweiten Balkon wie den derzeitig meinen, findet man so schnell nicht. Und wenn einem erstmal so eine Pflanze ans Herz gewachsen ist… Ihr wisst schon.

Die anderen sind wohlauf:

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Die Gurke liefert ab

Bezüglich der Produktivität gibt es große Unterschiede unter den Damen und Herren Balkonbewohnern. Die ertragreiche Zucchini hat nach einem kleinen Trockenheitsunfall die Produktion weiblicher Blüten zunächst eingestellt, die Zucchinipause kommt mir aber eigentlich gelegen. Dafür liefert die Gurke ab, als gäbe es kein Morgen! Und die Dinger schmecken so lecker! Kein Vergleich zur niederländischen Standardsupermarktgurke.

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Die Gurke hat es auf jeden Fall jetzt schon auf den Balkongartenplan fürs nächste Jahr geschafft.

Was macht eigentlich…?

Bereits in der Kinder- und Jugendzeit strebte die Zucchini nach Größerem. Ich berichtete regelmäßig über Geburt, erste Gehversuche und ihr Anstreben der Weltherrschaft. Ja, sogar auf das Titelbild hat sie es letztendlich geschafft!

Und heute? Sie gibt immernoch Vollgas: Sie blüht und blüht, trotzt allen Widrigkeiten, kriegt 1000 Blätter, schmeisst 900 davon wieder ab, knickt im Wind um, macht aber trotzdem mehr Früchte als einer alleine essen kann, trinkt unglaublich viel und ist definitiv die Queen auf dem Balkon!

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Grüne Hölle

Meine einwöchige Abwesenheit hat den Pflanzen offenbar in keinster Weise geschadet. Ganz im Gegenteil: Ich habe mein eigenes Zimmer nicht wiedererkannt und der liebe Besuch, der zur Zeit versucht, das gleiche Zimmer zu bewohnen, muss sich ganz schön durchkämpfen.

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Krummgewachsene Tomaten mussten von Gurkenranken befreit werden, Susannen und Chilis entwirrt werden und beiläufig in die Erde gesteckte und wie wild gekeimte Buschbohnen mussten von spindelig in die Höhe geschossener Petersilie befreit werden. Das Bewässerungssystem von Blumat, das aus Tonkegeln besteht, die in die Erde gesteckt werden und die Pflanzen dann über ein Wasserreservoir individuell versorgen sollen, hat wunderbar funktioniert. Auch auf dem Balkon hat es sich bewährt, wobei einige der bereitgestellten Wassergefäße nach einer Woche komplett leer waren. Mit entsprechend größeren Wasservolumina könnte ich mir vorstellen, dass die Blumatversorgung auch über einen längeren Zeitraum funktionieren kann.

In den Blumat-versorgten Balkonkisten hat in dieser Woche der Schnittlauch gekeimt, Möhrchen kann man nun von Dill unterscheiden, Oregano hat ein Miniblättchen dazubekommen und der bereits geerntete Salat ist erstaunlich stark nachgewachsen:

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Zusammen mit diesen Hornveilchennachbarn Spinat und Salat, wird er wohl sehr bald wieder auf dem Teller landen.

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Das absolute Highlight bei dem Gemüsegartenrundgang war allerdings das hier:

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Radieschen! Knollen!

Ich musste eins ernten und probieren. Und mich freuen! Lecker!

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Erdbeeren

Langsam wird mir klar, woher die Monatserdbeere ihren Namen hat: Entweder weil sie pro Monat nur 1 mm wächst oder weil es Monate dauert, bis sie groß ist. Ich habe meine Monatserdbeeren vor über einem Monat ausgesät und sie keimten auch recht zügig, eine nach der anderen. Die Keimlinge waren superwinzig und auch nach 2 Wochen hatte sich nicht viel getan.

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Ich ließ mich davon nicht verunsichern und habe die Kleinen weitere 2 Wochen umsorgt, besprochen, hin und wieder angesprüht, je nach Laune mit dem Plastikdach des Gewächshauses bedeckt oder gelüftet, in die Sonne, aus der Sonne… bis eines Tages tatsächlich an einigen Keimlingen ein richtiges Miniaturerdbeerblatt erschien!

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Explosionsartig erkämpften sich manche der Erdbeerchen in der folgenden Woche ein weiteres Blatt, so dass ich es für angebracht hielt, die Minis zu pikieren. Keine leichte Aufgabe bei Pflanzen, die man kaum mit dem bloßen Auge erkennen kann. Meine feinmotorischen Fähigkeiten reichten aber aus, um sie in ihre neuen Töpfchen zu setzen.

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Der Knoblauch sitzt schon im Kasten und wartet, dass endlich seine Nachbarn dazugepflanzt werden. Ich hoffe, der vereinsamt nicht, bis die Erdbeeren die entsprechende Größe und Stabilität erreicht haben.

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Aber wie mein Papi immer während meines Studiums zu sagen pflegte: Was lange währt, wird endlich gut.