Alle wohlauf, bis auf…

… die Himbeere. Wie befürchtet, bot sich bei meiner Rückkehr ein trauriges Bild. Also eigentlich gab es auch Grund zur Freude, alle Pflanzen waren gewachsen, gesund und grün, selbst die Tomaten. Ein Hoch auf Blumat, es funktioniert wirklich und ich kann die kleinen Tonkegel wärmstens empfehlen. Selbst bei hochsommerlichem Wetter ohne nennenswerten Regen, kann man sich getrost auf die Bewässerung verlassen.

Aber meine liebe Himbeere, für die war es einfach zuviel. Oder eher zuwenig. Und zwar Wasser. Ich hatte es eigentlich schon vermutet: die Ernte war hinüber und die meisten Blätter vertrocknet. Während die anderen Pflanzen ihre Wurzeln quasi in den porösen Ton hinein haben wachsen lassen,

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ist diese Art der Bewässerung einfach nichts für die Himbeere und ihr Wurzelwerk. Nach einer wenige Minuten andauernden Trauerphase, packten ich und die Himbeere das Problem voller Tatendrang an. Nach 3 Jahren im Topf würde vielleicht eine Ausdünnung gar nicht schaden. Ich entfernte erstmal alles trockene Laub und fast alle Zweige knapp oberhalb des Erdbodens. Ein paar ließ ich stehen und achtete dabei darauf, dass es das diesjährige Holz war, das nächstes Jahr Früchte tragen würde. Die nun etwas überschaubarere Pflanze hob ich unter enormer Kraftanstrengung aus ihrem Kübel und teilte ungefähr zwei Drittel vom Wurzelballen ab. Das verbleibende Stück mit den unversehrten Ästchen pflanzte ich zurück in den Topf mit einer Riesenportion neuer Erde. Nach ordentlichem Angießen und etwas Beerendünger redete ich der stolzen Himbeere noch gut zu, auf dass sie sich schön regeneriere und im nächsten Frühjahr sprieße! Aber auch das sollte anders kommen, als gedacht…

Nur die Harten kommen in den Garten

Nun mussten die Pflanzen nochmal kurz vorm Umzug die Zähne zusammenbeissen und bei absolut hochsommerlichen Temperaturen ohne die Gärtnerin aushalten. Es handelte sich um einen Zeitraum von 1,5 Wochen, in denen Organisatorisches am neuen Wohnort und ein Großelternbesuch absolviert werden sollte. Nachdem meine Anfrage nach nachbarschaftlichem Giessen leider freundlich abgelehnt wurde, bemühte ich mal wieder die Blumat Tonkegel, die in die Erde gesteckt werden, um dann über einen dünnen Schlauch die Wasserversorgung der jeweiligen Pflanze sicherzustellen. Wegen der Witterung und meiner großen Sorge steckte ich gleich mehrere Blumats in jeden Topf und gab jede Menge Gefäße als Wasserreservoir.

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Hier also die installierte Bewässerung um 4 Uhr morgens kurz vor der Abreise. Mir blieb nichts anderes übrig als ein Abschiedsfoto zu machen und auf Regen zu hoffen. Aber eigentlich war ich optimistisch, hatte sich die Blumat Bewässerung bei mir doch schon bewährt. Ein ziemlich schlechtes Gefühl hatte ich allerdings hierbei:

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Die Himbeere ist riesig, im dritten Jahr in diesem Topf und wurzelt sehr tief. Sie hatte im Vorfeld schon einen enormen Wasserverbrauch und war gerade dabei, ihre Früchte reifen zu lassen. Ob das wohl gut gehen konnte?

(Cliffhanger) Wird die stolze Himbeere überleben trotz der schlimmen Vernachlässigung durch ihre Pflegerin/Gärtnerin? Und was ist mit der restlichen Mannschaft? Wird die gleissende Sonne sie dahinraffen?  Fortsetzung folgt…

Schicksalsjahre eines Balkongartens

Das Schicksal des Balkongartens ist mal wieder besiegelt. Er führt ja bekanntlich ein sehr bewegtes Leben, war schon auf 3 verschiedenen Balkonen heimisch und hat sich nie unterkriegen lassen. Nun ist es soweit, Hannahs Garten bezieht seine vierte Behausung. Auf Wiedersehen, Süd-BW, es geht zurück. Zwar nicht in die große Stadt, aber in den kleinen Bruder, der sich gleich im Süd-Westen dranschmiegt. Es zahlt sich also aus, in weiser Voraussicht in dieser Saison größtenteils nur Pflanzen gehabt zu haben, die sich nirgendwo festhalten, hochranken, anklammern oder ähnliches. Bis auf Ihn hier:

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Der Wein. Er ist zwar kein Prachtexemplar, aber er ist mir und vorallem dem Meister und Kenner der Pflanzenwelt sehr ans Herz gewachsen. Er hält sich am grottenhäßlichen Sichtschutz fest, aber wir können ihn einfach nicht zurücklassen. Habt Ihr eine Idee, wie man den Guten transportfähig machen könnte?

Der Rest der kleingehaltenen Belegschaft ist bereit zum Umzug und darf sich freuen auf eine große Terrasse, wo es knalle Sonne oder bei Bedarf auch ein bißchen Schatten gibt und einen kleinen aber feinen GARTEN! Es ist also soweit, mein erster eigener stets herbeigesehnter Garten! Naja, also nicht wirklich meiner und es sieht zur Zeit auch eher nach Unkrauturwald aus, aber das wird schon noch.

Wer kommt mit?

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Natürlich die stolze Himbeere, es gibt definitv genug Platz für sie im neuen Garten.

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Die Tomaten, die inzwischen hübsche birnenförmige Früchte bilden. Ich hoffe, sie überstehen die Reise.

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Mein Thaibasilikum, den ich sehr mag.

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Mein Lavendelnachwuchs.

Außerdem noch Erdbeere, ein Kräuterkasten und ein geschenktes Mandarinenbäumchen. Das ist also meine Mannschaft für das neue Zuhause, mal abgesehen von den Zweibeinern. Bin ich doch alleine weggegangen und komme zu dritt wieder! Ich freue mich!

Was machen eigentlich…

… Die Strelitzien? 

Die Antwort lautet: Nichts!

  
Obwohl sie sich bei den derzeitigen Temperaturen sehr heimisch fühlen sollten, kommen sie nicht aus ihren Kokosquelltabletten gesprungen und freuen sich des Lebens, wie ich angenommen hatte. Es passiert einfach nichts. Und ja, natürlich habe ich schon wieder Samen ausgebuddelt und begutachtet… Nichts! 

Ein bißchen Schonfrist gebe ich Ihnen aber noch, bevor ich die Strelitzien-Aufzucht als gescheitert erkläre. 

Balkonexplosion

Da fährt man mal ein paar Tage weg und was passiert? Die Vegetation explodiert förmlich! Nach 5 Tagen außer Haus war ich fassungslos, was sich in der Zwischenzeit auf dem Balkon getan hat. Letzte Woche noch waren die Tomaten Babys, oder zumindest Teenies, und jetzt sind sie Urwald!

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Es gibt sogar schon Blüten. Ich bin so gespannt auf die Früchte! Es handelt sich ja um die Sorte „Red Pear“, die ich in der Samenrotation ergattert habe. Mein Plan, vor August Tomaten zu essen, könnte wahr werden, bei diesem erstklassigen Wachstumsverhalten.

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Erstaunt und erfreut hat mich auch der Basilikum! Ich habe Basilikum! In den Vorjahren hatte ich den immer zu dem Tomaten gesät, um irgendwann endlich einzusehen, dass das zwar eine schöne Idee ist, aber nicht in Echt funktioniert. Die Tomaten haben immer sämtliches Licht und bestimmt auch Futter geklaut. Das wurde nix. Aber jetzt so ganz alleine im Kasten (also nur mit Dill und Petersilie auf Sicherheitsabstand) recken sich die kleinen Blättchen schon ordentlich gen Himmel.

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Mutti sagt ja, Basilikum und Chili vertragen sich bestens. Im nächsten Jahr dann vielleicht…

Ein großes Glück war auch der Anblick vieler roter Punkte in meinem Erdbeertopf. Heute abends gab es zum Nachtisch tatsächlich schon eine Handvoll leckere süße Mini-Monatserdbeeren!

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So lässt es sich leben im Balkongarten! Juni ist mein Lieblingsmonat!

Euch allen viel Spaß bei der Ernte!

Es wächst und gedeiht

Weil Vorher/Nachher doch so schön ist, habe ich den Wachstumsfortschritt einiger Balkonbewohner dokumentiert. Ich hatte bereits Anfang März eine Pflücksalatmischung ausgesät. „Diesmal“, dachte ich so bei mir, „mach ich nicht wieder den Fehler und säe zu dicht aus..“ Ganz vorsichtig, nur ganz wenige Körnchen hier und da, bis auf einmal das ganze Tütchen leer war. 100 Pflanzen stand drauf.

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Fürs Keimen ist das noch kein Problem, aber später wird es dann so voll, dass die Pflanzen sich gegenseitig auf den Füßen stehen und unter Umständen sogar eingehen.

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Also musste ausgedünnt werden. Ein paar Keimlinge setzte ich dann in einen separaten Kasten mit einem anständigen Abstand.

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Der Wachstumsvergleich zwischen dicht und nicht ganz so dicht ergibt bis jetzt keinen so großen Unterschied, aber ich denke mit zunehmender Größe der Pflanzen würde der Sinn des Pflanzabstands durchaus ersichtlich werden. Ich lasse es nicht soweit kommen und esse einfach alles vorher auf.

Ein Selbstläufer auch in diesem Jahr ist die Erdbeere. Im letzten Jahr hatte sie sich selbst ausgesät und spät im Jahr leckere kleine Früchtchen abgeworfen. In diesem Frühjahr hat sie wieder ausgetrieben mit den ersten Sonnenstrahlen und blüht inzwischen bereits.

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Und jetzt zur Monster-Himbeere: Im Herbst hatte ich sie radikal zusammengeschnitten, da sie sich irgendeine Himbeerkrankheit eingefangen hatte. 3 einsame Hölzchen ragten den Winter über aus dem Topf und ich war gespannt, was wohl im Frühjahr passieren würde. Als erstes waren kleine Knöspchen zu entdecken und wenig später erhob sich ein wahrer Urwald aus der Erdoberfläche.

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Sie ist jetzt schon riesig und mein größtes Sorgenkind für den anstehenden Umzug. Werde ich mich von ihr trennen können oder ihr eine 700 km Reise im Transporter zumuten? Es wäre ja nicht ihr erster Umzug! Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich sie einfach in Berlin stehen lassen sollen…

Eisheilige und Abschiede

Eisheilige?…Egal! Gestern war auf einmal ein riesiges Fenster im meinem Zeitplan als nicht mehr ganz so frisch gebackene in Elternzeit befindliche Hausfrau und Mutter aufgegangen, so dass ich mich blitzschnell auf dem Balkon verschanzte und alles erledigte, was irgendwie ging. Dem vorausgegangen war bereits eine 2 Tage andauernde Putzaktion, so dass man den Hygienezustand endlich mal als annehmbar bezeichnen kann. Vorher/Nachher macht  immer so viel Spaß:

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Als erstes gab es tatsächlich noch ein paar Kästen aus der letzten Saison zu entsorgen. Hier fanden verholzte Stämme von alten Ringelblumen, knochenharte Schnittlauch-Stängelchen, Gras und Moos ihren Weg in den Grünabfall (Biomüll gibt’s in Süd-BW nicht, muss man alles selber wegbringen). In den letzten Wochen hatten mir die wunderbaren gefüllten Narzissen viel Freude gemacht, die ich letzten Herbst gesetzt hatte, aber auch die wurden entschlossen ausgebuddelt und verabschiedet.

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Manchmal kommt es nämlich wirklich wie man denkt und Hannahs Garten wird mal wieder weiterziehen. Demnächst heisst es, Abschied nehmen von dem tollen Balkon mit dem roten Stuhl. Es geht zurück in den wilden Osten mit der Hoffnung auf viel Raum für viele Pflanzen, aber zur Zeit ist das nur Spekulation. Der Grundsatz der diesjährigen Balkonsaison lautet also: es darf nur behalten werden, was sowieso schon wächst und es werden keine neuen Töpfe aufgemacht. So mussten also die Narzissen weichen, um der extrem reduzierten Kinderstube Platz zu machen. Die Tomaten mussten und wollten nun ganz dringend umziehen und haben trotz der bevorstehenden, wenn auch vermutlich halbherzigen Eisheiligen, ihr Plätzchen draussen gefunden.

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Außerdem wächst hier noch ein einzelner Lavendelzweig, der ohne zu blühen schon duftet wie wild, und ein Exemplar Pimientos de Padron aus der Samenrotation. Die restlichen Kleinen habe ich bereits in gute Hände abgegeben. Und weil ich das so tapfer erledigt habe, habe ich mir einen einzigen Grundsatzbruch erlaubt und einen frischen Topf mit Thaibasilikum angelegt. Brauch man ja schließlich! Werden bereits belegte Kästen wieder verwendet, hebelt das den ersten Teil des Grundsatzes aus, so dass man sich prima selbst bescheissen kann ich noch Zinnien aus der Samenrotation, sowie einen Kasten mit Dill, Petersilie und Basilikum aussähen konnte. Verschiedene Sorten Salat hatte ich schon vor einer Weile ausgesät, die mehr oder weniger erfolgreich vor sich hin wachsen. Auf meine geliebten Kletterer (in Planung waren Gurke, Trichterwinde und Spargelerbse) habe ich komplett verzichtet, aber mein Balkongärtnerherz kommt nicht umhin, wenigstens ein bißchen Grün sprießen zu sehen. Jetzt werde ich die Tomaten so dermaßen pflegen, in der Hoffnung vor August ernten zu können. Wenn nicht, freuen sich vielleicht die Nachbarn!