Ernte und Testballon

Es ist Ende Februar. Tatsächlich findet er jetzt ein Ende, der Winter. Im November will man es ja nicht glauben, aber kaum hat man sich 3x umgedreht, ist es schon geschafft und man hat den Winter hinter sich gebracht. Immer wieder die größte Freude ist es, wenn man rausgeht und feststellt, dass die Sonne nun wirklich wieder das Potential hat, anzuwärmen, sowohl Menschen als auch Erde!

Klingt optimistisch? Soll es auch! Ich habe ein gutes Gefühl für das diesjährige Gartenjahr. Ich hatte mir natürlich auch im Winter pflanzmäßig die Zeit in meinen neuen tollen Gemüsebeeten vertrieben. Ich hatte Mitte September, von den neuen Nachbarn belächelt, eine späte Herbstaussaat gewagt, bestehend aus Mangold, Radieschen und Feldsalat. 2 Wochen später habe ich dann noch Rucola, Spinat und Winterportulak nachgelegt. Mein Fazit ist: Ich kann ein bißchen Winterkultivierung wärmstens empfehlen. Ist wirklich gut für die Laune! Rucola und Radieschen konnte ich noch ernten, was ich wohl auch dem milden Dezember zu verdanken hatte. Beim ersten strengen Frost verabschiedeten sich die Pflanzen nämlich zusammen mit dem spärlich gewachsenen Mangold. Bombig wuchsen Feldsalat, Winterportulak und Spinat weiter vor sich hin und trotzten allen Witterungen, was zu der einen oder anderen Ernte im Schnee führte.

feldsalat

Super lecker! Und er hält sich bis jetzt wacker!

Außerdem hatte ich in mein viertes Beet, das künftig mein Starkzehrerbeet werden soll, als Gründüngung Phacelia ausgesät. Der sogenannte „Bienenfreund“ ist gut gewachsen, aber nicht mehr zur Blüte gekommen. Der erste Frost hat ihn umgehauen. Nach ein paar Tagen rumliegen auf dem Beet, habe ich die erfrorenen Pflanzen in die oberen Erdschichten eingearbeitet. Das gibt dem Boden Kraft für den Sommer.

Nun sitze ich hier, betrachte erfreut den wunderbaren Sonnenschein (der sich mit Hagel abwechselt, aber da schau ich jetzt mal drüber hinweg) und kann nicht anders, als Gartenpläne zu machen. Und weil die Sonne so strahlt, habe ich schon einen kleinen Testballon gestartet und freu mich darüber wie bekloppt:

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Es geht los mit Chilis! Die brauchen ja bekanntlich am längsten. Ich habe Samen aus der Samenrotation eingesetzt, und zwar wieder die tollen Pimientos de Padron von 2014 und Chili Naranga sowie Chinesische Schwarze von 2015. Ich habe übriggebliebene Kokosquelltabletten verwendet und daher nur jeweils 2 Samen eingesetzt. Nach dem fälligen Baumarktbesuch mach ich dann ernst, aber jetzt erstmal Daumen drücken für den Testballon! 🙂

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Endlich Neuschnee!

Alle meckern übers Wetter.. Ich auch! Ich kann das weiße Zeug, das überall herumliegt, nicht mehr sehen. Und kalt will ich auch nicht mehr. Und draußen pflanzen will ich! Es ist fast April, das kann doch nicht so schwer sein!

Trotz der fehlenden Sonne haben sich erfreuliche Dinge auf meiner Gemüsefensterbank ereignet. Ich habe eine Susanne! Ich hoffe, sie hält durch und wird groß.

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Die besten Bedingungen für das Keimen der Schwarzäugigen Susanne hat nun also das Gewächshaus geboten. Im Topf, der nur halbgut gegossen auf der kalten Fensterbank stand, blitzt allerdings auch schon etwas noch Gelbes aus der Erde. Was lerne ich daraus? Nichts. Außer, dass man mit Pflänzchen etwas mehr Geduld haben sollte. Keine Geduld hingegen erfordert der Dauerbrenner Zucchini.

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Fast jeden Tag ein neues Blatt und die Blätter werden riesig im Vergleich zu meinen restlichen Fensterbankbewohnern, wie der hübschen Trichterwinde

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oder meinem Knoblauch.

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Besonders gefreut habe ich mich über Spitzpaprika

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und Chili.

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Inspiriert vom miesen Wetter habe ich nun auch anfangen, Samen auszubringen, die eigentlich im Frühling ins Freiland wollen, bei den Temperaturen aber nicht können. Salat, Radieschen, Mangold, Kohlrabi und Kapuzinerkresse in der Wohnung? Warum eigentlich nicht! Falls wirklich etwas dran ist an dem Gerücht, der Golfstrom sei versiegt, brauch man Alternativen!

Was schon in der Erde ist

Wenn man rausschaut wird einem klar, es ist eigentlich noch mitten im Winter. Aber zwischen Winter und Winter gab es vor ca. 1,5 Wochen schonmal ein paar schöne Tage, an denen die Sonne meine neue Gärtnernase gekitzelt hat. Sowohl im Gärtnerbuch als auch auf den Samentütchen findet man ermutigende Anweisungen wie „Mitte Februar-Anfang März Vorkultur auf der Fensterbank“. Und weil die Sonne so schön schien, fanden gleich Stabtomate, Zucchini und Brokkoli ihren Weg in die Erde. Um mich selbst und die jungen zukünftigen Pflänzchen zu beeindrucken, wurde profimäßig in kleine Torftöpfe mit guter Anzuchterde gesät und das Ganze in ein Zimmergewächshaus verfrachtet. Inzwischen scheint die Sonne nicht mehr und es ist saukalt, aber es gab kein Halten mehr. Gestern folgten Gurke, Spitzpaprika, Cherrytomate, Chili (Kerne aus der Schote puhlen und sich dann die Augen reiben = keine gute Idee), Erdbeere, Thaibasilikum und Schwarzäugige Susanne, die zwar kein Gemüse ist, aber einen tollen Namen hat. Hier habe ich mich auch nicht mehr mit kleinen Töpfchen aufgehalten, es wurde gleich in große Töpfe gesät (Thaibasilikum und Susanne) oder aber ins angelegte Mini-Beet im zweiten Zimmergewächshaus (alle anderen). Jetzt drücke ich fest die Daumen für möglichst viel Licht und möglichst stabile Keimlinge.

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