Manchmal ist halt nicht alles scheiße

Man siehe und staune! Die gute alte Himbeere, die nur noch 3 Blättchen hatte, einen Großteil ihres Wurzelwerks einbüßen musste, was übrigens so aussah..

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(bißchen splattermäßig, daher hatte ich Euch bisher vom Bildmaterial verschont. Sowas kann man nur posten, wenn es ein Happy End gibt!)

… machte genau 7 Tage nach dem Gemetzel Rückschnitt sowas:

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und sowas:

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Das nenne ich mal eine Kämpfernatur! Wer würde es übers Herz bringen und so ein Ausnahmepflänzchen zurücklassen? Für den Umzug war die Himbeere natürlich mit an Bord!

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Alle wohlauf, bis auf…

… die Himbeere. Wie befürchtet, bot sich bei meiner Rückkehr ein trauriges Bild. Also eigentlich gab es auch Grund zur Freude, alle Pflanzen waren gewachsen, gesund und grün, selbst die Tomaten. Ein Hoch auf Blumat, es funktioniert wirklich und ich kann die kleinen Tonkegel wärmstens empfehlen. Selbst bei hochsommerlichem Wetter ohne nennenswerten Regen, kann man sich getrost auf die Bewässerung verlassen.

Aber meine liebe Himbeere, für die war es einfach zuviel. Oder eher zuwenig. Und zwar Wasser. Ich hatte es eigentlich schon vermutet: die Ernte war hinüber und die meisten Blätter vertrocknet. Während die anderen Pflanzen ihre Wurzeln quasi in den porösen Ton hinein haben wachsen lassen,

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ist diese Art der Bewässerung einfach nichts für die Himbeere und ihr Wurzelwerk. Nach einer wenige Minuten andauernden Trauerphase, packten ich und die Himbeere das Problem voller Tatendrang an. Nach 3 Jahren im Topf würde vielleicht eine Ausdünnung gar nicht schaden. Ich entfernte erstmal alles trockene Laub und fast alle Zweige knapp oberhalb des Erdbodens. Ein paar ließ ich stehen und achtete dabei darauf, dass es das diesjährige Holz war, das nächstes Jahr Früchte tragen würde. Die nun etwas überschaubarere Pflanze hob ich unter enormer Kraftanstrengung aus ihrem Kübel und teilte ungefähr zwei Drittel vom Wurzelballen ab. Das verbleibende Stück mit den unversehrten Ästchen pflanzte ich zurück in den Topf mit einer Riesenportion neuer Erde. Nach ordentlichem Angießen und etwas Beerendünger redete ich der stolzen Himbeere noch gut zu, auf dass sie sich schön regeneriere und im nächsten Frühjahr sprieße! Aber auch das sollte anders kommen, als gedacht…

Es wächst und gedeiht

Weil Vorher/Nachher doch so schön ist, habe ich den Wachstumsfortschritt einiger Balkonbewohner dokumentiert. Ich hatte bereits Anfang März eine Pflücksalatmischung ausgesät. „Diesmal“, dachte ich so bei mir, „mach ich nicht wieder den Fehler und säe zu dicht aus..“ Ganz vorsichtig, nur ganz wenige Körnchen hier und da, bis auf einmal das ganze Tütchen leer war. 100 Pflanzen stand drauf.

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Fürs Keimen ist das noch kein Problem, aber später wird es dann so voll, dass die Pflanzen sich gegenseitig auf den Füßen stehen und unter Umständen sogar eingehen.

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Also musste ausgedünnt werden. Ein paar Keimlinge setzte ich dann in einen separaten Kasten mit einem anständigen Abstand.

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Der Wachstumsvergleich zwischen dicht und nicht ganz so dicht ergibt bis jetzt keinen so großen Unterschied, aber ich denke mit zunehmender Größe der Pflanzen würde der Sinn des Pflanzabstands durchaus ersichtlich werden. Ich lasse es nicht soweit kommen und esse einfach alles vorher auf.

Ein Selbstläufer auch in diesem Jahr ist die Erdbeere. Im letzten Jahr hatte sie sich selbst ausgesät und spät im Jahr leckere kleine Früchtchen abgeworfen. In diesem Frühjahr hat sie wieder ausgetrieben mit den ersten Sonnenstrahlen und blüht inzwischen bereits.

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Und jetzt zur Monster-Himbeere: Im Herbst hatte ich sie radikal zusammengeschnitten, da sie sich irgendeine Himbeerkrankheit eingefangen hatte. 3 einsame Hölzchen ragten den Winter über aus dem Topf und ich war gespannt, was wohl im Frühjahr passieren würde. Als erstes waren kleine Knöspchen zu entdecken und wenig später erhob sich ein wahrer Urwald aus der Erdoberfläche.

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Sie ist jetzt schon riesig und mein größtes Sorgenkind für den anstehenden Umzug. Werde ich mich von ihr trennen können oder ihr eine 700 km Reise im Transporter zumuten? Es wäre ja nicht ihr erster Umzug! Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich sie einfach in Berlin stehen lassen sollen…

Erntezeit

Das ging ja schnell in diesem Jahr: es fängt an zu herbsteln!

Diese Tage hier sind wohl gezählt..

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Also schnell die Ernte einfahren und sich über die Früchte des Balkongartens freuen!

Meine beiden Zucchini-Pflanzen haben sich auch in diesem Sommer nicht lumpen lassen und neben wunderschönen Blüten

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auch echt leckeres Gemüse produziert.

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Bonsai- und Baumarkttomate sehen wegen des vielen Regens ziemlich ramponiert aus, aber liefern trotzdem die eine oder andere schmackhafte Frucht.

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Obst lief auch gar nicht so schlecht in diesem Jahr, diese roten Früchte haben auf jeden Fall mein Herz erfreut.

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Ob die Paprika noch die Kurve kriegt bevor der erste Frost kommt? Wenn nicht, esse ich sie eben in grün!

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Außerdem gab es reichlich Salat, Mangold und Gurke. Die Pariser Möhrchen sind in diesem Jahr ungenießbar und Pak Choi blüht genauso schön wie Brokkoli!

Sie ist zwar nicht essbar, aber die Trichterwinde muss ich unbedingt auch noch herzeigen. Als das Balkongeländer zuende war, hat sie sich einfach die Tomate gegriffen und ist daran weiter gewachsen. Erstaunlich auch, dass sich aus meiner Samensammlung im letzten Jahr von blauen, weißen und rosa Blüten in diesem Jahr nur rosa Pflanzen durchgesetzt haben. Naja, passt ja irgendwie..

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Schon komisch, dass man im August das Gefühl hat, man müsste noch schnell die letzten Sonnenstrahlen geniessen, aber das werde ich jetzt tun! Bis bald!

Hallo BW!

So langsam bin ich angekommen im schönen Baden-Württemberg und habe bereits einige gravierende Unterschiede zur Hauptstadt herausgearbeitet: die Leute in Bäckerei/Apotheke/Eisdiele etc. sind alle nett und freundlich, niemand außer mir fährt ein dreckiges Auto und es gibt mitten in der „Stadt“ Kräutergärten, die gehegt, gepflegt und respektiert aussehen.

Da ich keinen extra LKW für Pflanzen zur Verfügung hatte, ist mit mir nur eine relativ überschaubare Kinderstube angereist:

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2 verschiedene Stabtomaten (Supersweet und Ravello vom letzten Jahr), die sehr kompakte Bonsai-Tomate und jeweils 2 verschiedene Sorten Paprika, Gurke und Zucchini, eine niedliche Gemüsechili, die dritte Generation Trichterwinde von meinem blumenliebenden fernen Lieblingsfreund und die versehentlich herangezogenen Nachkömmlinge meiner Monatserdbeere aus dem letzten Jahr. Wenn man die Früchtchen nämlich nicht ordentlich aberntet, einfach in der Erde verrotten lässt und einen Winter abwartet, zeigt sich im nächsten Frühjahr folgendes:

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Ich konnte natürlich nicht anders, als die 1.5 mm großen Pflanzen zu vereinzeln, in Anzuchterde ins Warme zu holen und aufzupäppeln und mich auch dieses Jahr wieder auf 3-5 minikleine aber herrlich aromatische Erdbeeren zu freuen.

Nicht verzichten konnte ich auf die Schwarzäugige Susanne. Im letzten Jahr hatte ich gelernt, dass die Keimung am besten funktioniert, wenn man sie irgendwo dazu wirft und nicht beachtet. Einem netten Lesertipp folgend habe ich sie später konsequent ins Haus geholt, wenn es draussen frisch wurde und sie dankt es mir gerade mit üppigem Wachstum.

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Eine weitere Großartigkeit, die die Umzugshelfer hat fluchen lassen, ist die stolze Himbeere, die ich unter keinen Umständen zurücklassen konnte. Die Gute wächst und gedeiht und aus den bereits dokumentierten Knospen sind gut besuchte Blüten und inzwischen jede Menge noch grüner Beeren geworden.

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Dank der Himbeere ist man niemals allein auf dem Balkon, es herrscht ein ständiges Summen und Brummen und sie lockt sogar ihre eigenen Schädlingsbekämpfer an:

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Und sonst so? Spinat, Salat, Mangold gab es gestern zum Abendessen, der zweite Anlauf Kapuzinerkresse keimt nicht, der Mini-Pak-Choi umso besser, die Pariser Möhrchen sowie die Kornblumen/Mohn-Mischung machen kleines Grün. Das Ganze wurde aufgefüllt durch gekaufte Kräuter, Blümchen und sogar Wein.

Es ist schon richtig schön in unserem neuen Balkongarten! Willkommen auf der Schwäbischen Alb in der Region Bodensee-Oberschwaben Hohenzollern irgendwas!

Das Balkongärtnerherz

Es ist beeindruckend: Am Wochenende habe ich ein paar braune Blätter und verrotteten Kram aus den verschmähten und vernachlässigten Balkonkästen vom letzten Jahr gerupft und was finde ich? Leben! Die kleinen tapferen Erdbeeren kämpfen sich an die Luft

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und die fruchtlose Himbeere schlägt aus!

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Da erweicht sich natürlich das Herz jeder noch so abgelenkten Balkongärtnerin! Angesichts des baldigen Neuerwerbs eines riesigen Südwestbalkons im Südwesten der Republik, gibt es nur eine einzige sinnvolle Morgenbeschäftigung: bei Deaflora shoppen! Und dann möglichst schnell ein paar Samen in die Erde bringen, bei soviel „Südwest“ kann das nämlich nur gut gehen!
Willkommen im Frühling!